Warum ich das Familienbett nicht mehr mag ...

Geschrieben von Anja - - 2 Kommentare

Ich bin müde, sowas von. Und Schuld ist das Familienbett, naja nicht völlig, aber zum großen Teil. Wie jetzt, das sage ich, die jedem, der mich danach fragt zum Familienbett rät? Okay, ich muss es erklären (wird etwas länger) ;-). Beim Tanzmädel war das alles noch ganz anders. Ich war davon überzeugt, sie müsste in ihrem eigenen Bett und später auch in ihrem Zimmer schlafen. Liest man ja schließlich überall so. Wenn wir nach dem Stillen doch mal zusammen einschliefen, hatte ich ein furchtbar schlechtes Gewissen. Plötzlicher Kindstod und drüber rollen und verwöhnen und überhaupt. Meine Augenringe, ob des vielen Aufstehens trug ich mit Stolz, als junge Mutter ist das nun mal so! 

Dann kam Kind Nummer zwei, etwas ungeplant und die Erschöpfung konnte sogar noch potenziert werden. Zwei unter zwei und ich erinnere mich als wäre es gestern, wie der Gatte und ich in der ersten Nacht zu viert zuhause unsere beiden weinenden Kinder im Arm hatten und dachten, das wars jetzt, das wird nie wieder anders, willkommen in der Hölle.

Nun man wird etwas reifer und selbstbewusster. Zudem war oberstes Ziel, wenn ein Kind mal schläft, tu ALLES, damit das auch so bleibt. Daher schlief der Bub im beistellbett bei mir. Das fand das Tochterkind aber gar nicht so fein, und da inzwischen mobil, schlief sie zwar in ihrem Bett ein, kam dann aber jede Nacht zu uns. Zu viert in einem 1,80 m Ehebett. Irgendwann sagte der Gatte: " Es reicht. Ich hab die Faxen dicke, wir kaufen ein zweites Ehebett." Das Beistellbett und Bett des Mädels im Kinderzimmer waren eh nur Staubfänger und Ablageplatz.

Von da an schliefen wir einige Jahre relativ entspannt mit zwei Ehebetten nebeneinander. 3,60 m Liegefläche... Es war nur notwendig, beim ins Bett gehen zu gucken, wo gerade Platz war, damit ich mich nicht auf eins der Kids oder den Gatten legte.

Familienbett

Dann wollte das Mädel ihr eigenes Zimmer. Okay, wir räumten die ganze Wohnung um (ihr könnt euch nicht vorstellen, wie oft wir das schon gemacht haben, da der Platz begrenzt ist, bekommen die vorhandenen Räume, je nach unterschiedlichem Bedürfnis eine neue Bestimmung). Schlafzimmer wurde Zimmer vom Mädel, der Bub bekam das bisherige gemeinsame Zimmer und eins der Ehebetten wanderte mangels Platz ins Wohnzimmer. Hatte den Vorteil, man konnte nun vom Bett aus, noch ein wenig fern schauen. Da allein schlafen dann aber doch nicht ganz so cool war, wie das Mädel es sich vorgestellt hatte, holte sie sich direkt in der ersten Nacht ihr Brüderchen zu sich ins Bett. Okayyy, wir dachten, das legt sich wieder, aber nee, das ging fast jede Nacht so. Als der Bub dann zum wiederholten Male aus dem Bett fiel, weil das einfach zu klein war, hieß es erneut umräumen. Das Mädel sollte aber noch etwas von der Privatsphäre behalten, also behielt sie das Zimmer, aber ins Zimmer vom Bub kam ein Hochbett mit 1,40 m Liegefläche. Inzwischen hatte sich das Knöpfchen auf den Weg gemacht und ich wollte nicht mehr im Wohnzimmer schlafen. Also wieder umräumen.

So weit so gut. Inzwischen bin ich nicht nur aus Erschöpfung, sondern purer Überzeugung Befürworter des Familienbettes. Aaaaaber, das Knöpfchen ist nun 4 Jahre. Der Bub 11, das heißt 11 Jahre Füße im Rücken, Finger im Auge, Decke klauen und Streit ums Kopfkissen. Außerdem denke ich offenbar zu laut, denn die Kleine wird IMMER wach, wenn ich ins Bett gehe, und muss dann pullern, oder hat Durst, oder will kuscheln oder oder (ihr kennt das...) Zudem ist es wirklich erstaunlich, wie breit sich ein Mann und ein Kleinkind machen können. Natürlich liegt die Maus gern quer, oder am Rand und der Mann mit ausgestreckten Armen. Und wir haben schon zwei Meter zur Verfügung, von denen ich aber nicht viel abbekomme.

Vor gut 2 Jahren war ich schon einmal an diesem Punkt und bat den Gatten dem Knöpfchen ein Bett zu kaufen. Als ich nachmittags heim kam und fragte, und? Bekam ich als Antwort: ich wusste nicht, wo ich eins krieg. Hähh... Er ist eigentlich ´nen ganz schlauer, wirklich . Vermutlich sprach sein Unterbewusstsein aus ihm, er genießt es nämlich sehr, das Mäuschen bei uns zu haben. Das mit dem schlafen ist bei mir eh sone Sache und auch die Einschlafbegleitung wird bei mir gern mal ein abendfüllendes Programm ... Link ... Inzwischen hat sie ein eigenes Bett, ein total schickes, mit Himmelchen und Elsa Bettwäsche. Einige Zeit ging das auch ganz gut und ich glaube so zwei Mal verbrachte sie auch schon die ganze Nacht dort. Aber dann war sie mal krank und schwubs gehen wir wieder jeden Abend an ihrem Bett vorbei in unseres. Meine Frage, wann sie mal wieder in ihrem schläft werden gern mit Morgen oder Dienstag (immer noch Lieblingstag) beantwortet.

Kommt in meinen Beratungen und Kursen das Thema Schlafen auf, stelle ich gern etwas provozierende Fragen, wie: schläfst DU eigentlich gern allein ein? Oder bei der Diskussion, das die Kinder nicht ewig im Elternbett schlafen sollten, antworte ich: klar, wenn sie 17 ist und `nen Freund mitbringt, rutschen wir einfach ein bissl zusammen. Die Blicke darauf sind köstlich. Wird doch an dieser Frage deutlich, was die tatsächlichen Ängste sind. Das verwöhnte Kind, das nie selbständig wird und später die Eltern tyrannisiert. Dabei verkennen diese Annahmen, dass das Bedürfnis nach körperlicher Nähe vor allem auch nachts in Urzeiten das Überleben sichern konnte, ebenso wie das häufige nächtliche wach werden. Unsere Kinder haben sich an die (verhältnismäßig recht neuen) Bedingungen noch nicht gewöhnt. Anderseits ist das Bedürfnis nach Autonomie genauso vorhanden und irgendwann wird sie sicher gern für sich allein sein.

Wenn mich aber JETZT jemand fragt, schläfst du gern allein, würde ich sagen jaaaaaa. 11 Jahre Kinderfüße und dazu das "liebliche" Schnarchen des Gatten sind genug. Ich will nicht mehr. Der Gatte kann sich ja gern mit der Prinzessin weiterhin im Bett breit machen. Ich will Platz und Ruhe und meine vielen Gedanken ordnen und überhaupt. Ich weiß, dass der Säbelzahntiger mich nicht frisst und würde liebend gern die Nächte gaaaanz allein verbringen. Jetzt stellt sich nur die Frage, wie können wir umräumen, damit ich mein eigenes Schlafplätzchen bekomme?

Während ich mal wieder darüber nachsinne (beim ins Bett bringen vom Knöpfchen) säuselt das Kleine: "Du bist eine liebe Mama"... "Ich geb mir Mühe, Schatz." ... "Doch, Du bist eine ganz liebe Mama, du kuschelst mit mir, machst mir was zu essen, wenn der Papa nicht da ist, bringst mich ins Bett und liest mir was vor. DU.BIST.EINE.GAANZ.LIEBE.MAMA."

So... und nun?

Herzlichst

Eure müde Anja

2 Kommentare

#1  - Jana schrieb:

Liebe Anja,

wir kennen das ganze "Schlaf-Dilemma" nur zu gut & haben auch schon so einige Diskussionen/ Debatten zu diesem Thema durch!
Bei uns ist das nächtliche von Bett-zu-Bett-Wandern bzw. das "Wer-schläft-bei-wem" (schon vor dem Zu-Bett-Gehen) gerade auch ganz großes Thema & das obwohl die Prinzessin (fast 5) nun ihren eigenes Reich hat, da die großen Brüder (8 & 13) in ein gemeinsames Zimmer mit coolem Hochbett gezogen sind (alles, wie gewünscht und gewollt)!
Aber nicht nur die Jüngste sondern auch der Mittlere wollen Nacht für Nacht bei uns schlafen (und wir haben doch nur 1,60m) yikes
Dabei dachten wir, dass vermutlich alle 3 im Hochbett schlafen werden aber nee, da schlummert friedlich & seeeehr laaaang der 13jährige...so, dass man fast schon neidisch werden könnte und zumindest der Papa auch schon mal dorthin geflüchtet ist:D
Aber das momentan (zumindest für ihn) keine Option, da er sich das Sprunggelenk verletzt hat, dies wiederum macht sich aber auch gaaanz schlecht mit Extra-Schlafgästen...aber das interessiert die kids ja nicht:rolleyes:
Ich bin einfach auch nur genervt & morgens "wie gerädert" und schon seeeehr gespannt, wie das im baldigen Urlaub sein wird???

Gerade habe ich ein prima Nickerchen im Elsa-Bett der Prinzessin gemacht und dabei noch so gedacht: "Mir ist jetzt alles einerlei-irgend ein Bett ist immer frei! Und da werde ich mich dann jetzt nachts einfach hinbegeben;)
#lebenmitkindern #auchmütterbrauchenschlaf

Ach und eine Idee hätte ich noch: vielleicht mag das Knöpfchen ja mal bei uns übernachten:-)

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#2  - Inés Brock schrieb:

Liebe Anja, wie habt ihr Eure Kinder gezeugt? Auf dem Küchentisch? Ist ein Scherz, aber auch Intimität ist ein Wert, den Kinder durchaus lernen dürfen, gute Nacht und einen erholsamen Schlaf 😴

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