Schlaf Kindlein schlaf

Geschrieben von Anja - - 2 Kommentare

Einer dieser Abende, der Gatte spielt Fußball und ich bin dran, das Knöpfchen ins Bett zu bringen. Bei uns ist das normalerweise nicht so. Seit ich ca. 1 Jahr nach der Geburt auch abends wieder gearbeitet habe, übernahm der Papa das abendliche ins Bett bringen immer häufiger. Er genießt diese gemeinsame Zeit (bis heute) sehr und beide haben sich daran gewöhnt. Dies führte eine Zeitlang sogar dazu, dass ich sie gar nicht ins Bett bekam, sondern wir auch gern mal bis abends halb 10 Bücher anschauten oder Türmchen bauten. 

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© Anja Pohl

Diese Problem besteht derzeit Gott sei Dank nicht ganz so arg, nur dass ich um einiges länger brauche, als mein Mann, bis sie endlich zur Ruhe kommt und einschläft. Neulich war dies auch Gesprächsthema in einem meiner Kangakurse und einige Mamas bestätigten mir, dass wenn Papa den Knirps ins Bett bringt, dies um einiges schneller geht. Woran liegt das? Liebe Männer, ich bin für einen Tipp sehr dankbar (meiner konnte ihn mir nicht nennen). Oder macht Ihr das, wie er?

Nun, ich stelle mich darauf ein, dass es also etwas dauern kann. Nachdem sie drei mal ins Bett "geflogen" ist. DREIMAL ist ganz wichtig, sie liebt Rituale über alles, beginnt das übliche Zurechtruscheln. Kissen nochmal klopfen, kichern und kitzeln. Ich genieße diesen Moment und will es nicht missen, auch wenn sie "schon" 3 Jahre alt ist, musste sie noch nie allein einschlafen.

Sie weinen zu lassen, damit sie irgendwann Ruhe gibt, kommt für uns auch überhapt nicht in Frage. Vor kurzem wurde eine "Studie" bekannt, die herausfand, dass dieses Weinen dem Kind angeblich keinerlei Schaden zufügen würde. Wir sehen das absolut nicht so. Nicola Schmidt von 123-windelfrei.de hat die Studie auseinandergenommen und die Ergebnisse ins rechte Licht gerückt. Also lasst Eure Kinder bitte nicht unnötig weinen!

Wir sind fest davon überzeugt, dass sie irgendwann allein einschlafen kann und will und sehen es daher entspannt. Oder brauchen Eure 10jährigen auch noch Begleitung in den Schlaf? ;-)

Nachdem das Knöpfchen den Schlafplatz entsprechend vorbereitet hat, geht´s los: "Mamiii, weißt Du.. als der Papa mich ins Bett gebracht hat, da wollte ich zu Dir"  (vor zwei Abenden musste ich noch Unterricht vorbereiten und der Papa brachte sie ins Bett, offenbar gefiel ihr dies an dem Abend nicht). Mein Herz macht ein kleines Hüpferlie, denn oftmals spiele ich nur die zweite Geige und der Papa wird bevorzugt. "Mhh, ja.. jetzt bin ich ja hier" Gut.. kurz Ruhe... Jetzt geht das Gezappel los, rumdrehen, ihre kleinen Ärmchen umschließen meinen Hals und sie kommt ganz eng heran. "Weißt Du Mamaaaa, ich liebe Dich." Hach... schmelz... "Ich dich auch mein Knöpfchen." Wieder rumdrehen, sie schuffelt ihre Füße aneinander, knibbelt in ihren Haaren, legt sich wieder auf den Bauch. Ahhh... ihre Unruhe überträgt sich so langsam auch auf mich. Ich denke an die Wäsche, die ich noch zusammen legen will, die Mail, die noch unbeantwortet ist und der Müll müsste auch noch runtergebracht werden. Und hab ich eigentlich schon diese wichtige Rechnung überwiesen?

Zum ersten Mal tiefes gähnen... Könnte vielleicht heute abend doch schneller gehen. Wieder herum drehen, kurz ist es ruhig, gleichmäßige Atemzüge.  Plötzlich ein schriller Schrei "Ich muss mal Käckiiii!" Ich überlege kurz, ob das ein Ablenkungsmanöver sein könnte. Entscheide mich aber dagegen und gehe zusammen mit ihr ins Bad. Sie ist gern auf dem Klo. Eeeewig, singt vor sich hin, erzählt von ihrem Tag und ich muss natürlich dabei bleiben. In Gesellschaft macht das alles ja viel mehr Spaß. Ich bin ungeduldig und frage zum 5. mal ob sie fertig ist. Nach vier mal genervtem "NEIN" dann endlich ein JA.

Also wieder ins Bett. Von vorn zurechtruscheln. Es wird still, noch ein gähnen. Vielleicht jetzt? Nein, das Knöpfchen beginnt zu singen: "Alle meine Püppchen Emie und Marie, Emie und Marie, schlafen in der Biege (sie kann das Wort Wiege nicht einorndnen und hat es sich so zusammengereimt), bis ich wecke sie." Ich sage nichts und stelle mich schlafend. Erneutes tiefes gähnen, jetzt bloß nicht bewegen. "Mamiiii, weißt Du, da waren wir im Zoo, uns sind mit dem Boot gefahren. Das war aber schief.. das war ein gerumpel und gepumpel." "Ja, wir sind Boot gefahren. Aber wir habe Dich beschützt, oder?." "Ja!" (Leipziger Zoo, Gotswanaland, das Boot wird durch eine Schiene bewegt und manchmal waren die Bewegungen etwas holprig).

Das schuffeln geht von vorn los, sie knibbelt in ihren Haaren, ich bin genervt. "Knöpfchen, komm... dreh dich rum, mach die Äuglein zu. Ist gut jetzt." Erstaunlich häufig klappt so eine klare Ansage, wenn sie tatsächlich müde ist, als würde sie auf die Aufforderung und die Erlaubnis zum Schlafen warten. Doch heute: "Darf ich noch EINE Runde die Augen auflassen?" "Ja, natürlich".

Die Atemzüge werden langsam regelmäßiger und das Schuffeln mit den Füßen lässt noch. Ich denke kurz über einen Artikel zu kooperativem Verhalten nach, den ich heute gelesen habe, meine ToDoListe für morgen....  Als ich das nächste mal wach werde, ist es 23.08 Uhr... 

2 Kommentare

#1  - Dieverlorenenschuhe schrieb:

Es kommt mir so bekannt vor. Auch das selbst einschlafen beim Kind. Und so ist schon wieder ein Abend vorbei, an dem man nichts erledigt und keine Zeit für sich hatte.

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#2  - Anja schrieb:

ohja... und dann steigt die Anspannung und beim nächsten mal spürt es das Kind und die Einschlafbegleitung dauert noch länger :-/

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