Picknick Open Halle - eine Familie geht auf eine Festival

Geschrieben von Anja - - keine Kommentare

(Die Eintrittskarten wurden mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.)

Ich hatte ja schon erzählt, dass der Bub uns auf JEDES Plakat aufmerksam machte und als ich am Samstag dann endlich aus dem Nestchen zurück kam wurde ich sofort bestürmt, WANN fahren wird endlich lohos??? Es sollte zum großen Picknick Open gehen, inklusive Konzerterlebenis mit angesagten deutschen Künstlern. Der Gatte hatte bereits alles gepackt und kurz nach 15 Uhr brachen wir auf. Auf dem Weg vom Parkplatz war ich mal wieder froh, dass ich den Onbu dabei hatte, denn  dem Knöpfchen wurden die Beine schwer. Die Kontrollen gestalteten sich sehr gründlich, keine Glasflaschen und Dosen, keine Messer und ähnliches. Wir mussten das kleine Taschenmesser, welches in unserem Picknickrucksack enthalten war, abgeben und bekamen dafür einen Aufkleber auf die Eintrittskarte zum späteren abholen. Nach der Taschenkontrolle wurde ich freundlich gebeten meinen Rucksack abzunehmen. Als die Dame dann meinen verwirrten Gesichtsausdruck sah und  feststellte, dass mein Rucksack mein Knöpfchen war, mussten wir beide herzlich lachen. Gerade nach den Ereignissen von München empfand ich die Kontrollen aber als sinnvoll und beruhigend dennoch äußerst professionell und unaufgeregt.

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© Anja Pohl

Die perfekte Platzsuche gestaltete sich mit unterschiedlichen Bedürfnissen nicht ganz so einfach. Es war bereits reichlich gefüllt und die Veranstalter natürlich daran interessiert, möglichst kleine Lücken zu lassen. Wir wurden freundlich auf diesen Aspekt hingewiesen, da aber sowohl die Freundin, die uns nebst Tochter begleitete, als auch ich eine direkte Sonnenbestrahlung nicht sonderlich gut verkraften, war uns das schattige Plätzchen wichtiger, als das Aufrücken.

Ich habe uns  extra für dieses Event eine Picknicktasche angeschafft. Bevor Ihr mit einer neuen Sportart beginnt (oder überhaupt wieder anfangt zu sporteln) kauft Ihr auch erst einmal passende Sportkleidung, oder? Typisch Frau befürchte ich. Eigentlich hatte ich mir so schön romantisch Picknickkorb vorgestellt, aber nach einem Abend lang Recherche stellte ich fest, zwar schick und irgendwie stylisch, aber reichlich unpraktisch. Mit 3 Kindern und Picknickdecke und Spielzeug fürs Knöpfchen und Krams, den man eh immer dabei hat, ist ein Korb, der für den Transport beide Hände bindet, reichlich doof. Also wurde es ein Rucksack, nicht ganz so stylisch, enthält aber alles, was es für ein Picknick (und natürlich auch für andere Ausflüge) braucht und ich bin richtig happy damit.

Der erste Musikact war bereits vorbei. Den Künstlern gegenüber ist dies sicher recht unfair, aber wir interessierten uns eigentlich eh nur für die "letzten" drei. Nach ausgiebigem ersten Picknick verschwand der Bub. Ihn zog es ganz nach vorn an die Bühne, mittendrin statt nur dabei :-D. Ein bissl mulmig war mir schon, auch wegen der Lautstärke, doch die hielt sich insgesamt sehr in Grenzen. Mit dem AC/DC Konzert, welches ich vor ein paar Jahren in Leipzig erlebt hatte (und das mich tagelang fast taub machte) war es keinesfalls zu vergleichen. Die Stimmung war wirklich toll, unheimlich viele Familien, aber auch Pärchen und kleinere Gruppen.

PIcknick Open 2016
© Anja Pohl

Eine bunt gemischte Truppe mit jeder Menge gute Laune. So entdeckte mein Knöpfchen plötzlich Seifenblasen in der Luft, stürmte in die Richtung, aus der sie kamen (ich hinterher) und stand dann erst einmal vor der jungen Frau, die fleißig die hübsch bunten Blasen in die Luft pustete. Nach einem freundlichen Hallo bekam meine Kleine die Seifenblasen angeboten und durfte selbst pusten. Was für eine Freude. Kleiner Geheimtipp an dieser Stelle, als dreifach Mama und Kursleiterin kann ich Euch nur empfehlen IMMER Seifenblasen in der Tasche zu haben. Rettet Euch jede noch so blöde Situation mit den Kids, immer und immer wieder ;-). Auch um uns herum wurde das Rumwuseln der Kleinen, die gern einfach durch die Gegend rennt, äußerst entspannt und mit breitem Lächeln aufgenommen. Naja, wer kann auch schon unserer kleinen Prinzessin wiederstehen. Hihi.. Nein, im Ernst, ich habe selten so eine familienfreundliche Atmosphäre erlebt.

Das angekündigte Bespaßungsprogramm für die Kinder gestaltete sich zwar klein, aber abwechslungsreich. Eine Hüpfburg standen zur Verfügung, sowie Wurfspiele und große Bausteine. Es gab einen Schmink-, Bastel- und Gesellschaftsspieltisch. Das Knöpfchen entdeckte dort das heiß geliebte Lotti-Karotti  und so konnten wir einen Anflug von Langeweile gut  überbrücken. Die Bausteine wurden ebenfalls bespielt.

Picknick Open 2016
© Anja Pohl

Ein kleines Drama spielte sich am Basteltisch ab. Wir hatten bereits zu Beginn entdeckt, dass ein paar Kids mit einem Picknickopen-Tshirt herum liefen. Das wollten meine Kids natürlich auch, wir konnten aber keinen Verkaufsstand entdecken, denn die bekam man am Bastelstand, nach kunstvollem Verschönern einer Banane. Leider entdeckten wir dies zu spät und noch während das Tanzmädel fleißig bastelte und ausschnitt ging das letzte T-Shirt weg. Riesenfrust!!! Urgs.. ich dachte ernsthaft, der Abend ist gelaufen. Ist ja sone Sache bei Teenies, ähnlich wie bei Kleinkindern kann so eine schief gelaufene Angelegenheit den ganzen Abend ruinieren. Dies war vom Veranstalter nach meinem Empfinden recht ungünstig organisiert. Nach noch nicht einmal 1,5 Stunden waren alle Shirts weg. Wir hätten dafür auch (angemessenes) Geld gezahlt, aber so war es dann irgendwie doof. Das Mädel war aber Gott sei Dank nach einiger Zeit wieder besänftigt. Erwähnen möchte ich noch positiv, mit welcher Geduld, Ausdauer und Freundlichkeit die Mädels die Mal- und Basteltische betreuten. Über mehrere Stunden hinweg vernahm ich nie ein genervt- oder gelangweilt sein, ich hatte den Eindruck, sie machen das WIRKLICH gern. Hut ab!

Picknick Open Halle 2016
© Anja Pohl

Nach dem uns völlig unbekannten David M. Schulze, dessen Musik uns auch nicht sonderlich vom Hocker riss, da einfach etwas zu schnarchig und molllastig für den Anlass, kam eine Band aus Leipzig. Mit deutlich mehr Pepp und etwas Rock kamen die ersten Leute und auch wir in Tanzlaune. Der Ablauf des Programms war reibungslos und ohne Verzögerung. Meine Befürchtung, wie bei einigen Konzerten ja gern mal üblich, die Leute stundenlang warten zu lassen, bestätigte sich nicht. Mein Fußballbub hat da so seine Macken und wenn auf einem Plakat steht, dass ab 17.30 Uhr Philip Dittberner spielt, dann macht ihn das (und mich durch seine ständige Fragerei dann auch) ziemlich fertig, sollte dem nicht so sein. So konnte er die Pausenzeiten zwischen den Acts gut aushalten und unsere Nerven blieben geschont.

Während besagter Philip sein Können zeigte zog sich der Himmel ordentlich zu und es begann zu regnen. Wenn man die Wolke 4 so besingt kann der Himmel schon mal ein bissl weinen. (Sorry, ich mag den Text nicht so, sicher gut gemeint, aber eben nur gut gemeint :-O). Großartiger Weise hatten nur das Tanzmädel an einen Schirm und der Fußballbub an seine Regenjacke gedacht (positiv betrachtet, ich glaube da eher an Zufälle). Den großen Kids war das Getröpfel aber reichlich egal, dem Gatten und dem Knöpfchen sowieso, so konnten die Freundin und ich den Schirm verwenden. Der Regen hielt glücklicherweise nicht lange an, denn wenn es weitergeregnet hätte, wäre ich mit der Kleinen nach Hause gefahren. Auf einen ausgedehnten Familienschnupfen hab ich gerade so gar keinen Bock. (Obwohl, WANN hat man auf so etwas schon Bock.) 

Picknick Open Halle 2016
© Anja Pohl

Bei Johannes Oerding war das Wetter dann wieder super. "Zwischen schwarzen Wolken seh ich ein kleines bisschen blau... " Viel erlebte ich von seinem Konzert allerdings nicht, denn das Knöpfchen brauchte ein stilles Örtchen. Ahhhh... die Panik breitete sich in mir aus. Dixiklos und so. Dieselben waren gut ausgeschildert und schnell zu erreichen. Dort angekommen aber ohne jegliches Toilettenpapier versehen. Meine Theorie, die Rollen steckt jemand heimlich ein und bunkert die zuhause, oder was denkt Ihr? Mhh.. ich hätte ja auch selbst daran denken können, aber sooo Festivalerfahren bin ich dann doch nicht (das Alter und so :-D). Also nochmal zurück und Tücher aus der Tasche holen. So ein Dixiklo ist schon eine Erfahrung für sich, das Knöpfchen fand es reichlich befremdlich, aber gut.. auch das überlebt.

Dann ENDLICH pünktlich 20.30 Uhr Mark Forster. Die Großen standen wieder ganz vorn und wir genossen die Mucke von weiter hinten. "Flasch mich nochmal..."  Hat er... schöne Musik, tolle Texte und bissl Schischi drumrum. Zum Beispiel alle mal hinhocken und auf sein Zeichen hoch springen und abfeiern. Dafür fühle ich mich dann doch etwas zu alt (oder bin ich spießig?), aber für die Kids war es eine Riesengaudi. Das Abfeuern von Papierschlangen- und Konfetti, sowie Glitzerpapierkanonen war hübsch anzusehen. Ich dachte dabei allerdings, boah... son Haufen unnützer Müll (ich bin wirklich spießig, oder?).  

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Mark Forster ließ sich nach kurzem Bitten auf eine Zugabe ein und beendete sein Konzert mit "Bauch sagt Kopf ja, doch Kopf sagt, Bauch nein und zwischen den Beiden steh ich...".  Den Song bekam unser Knöpfchen allerdings nicht mehr mit. Sie schlief kurz vor Ende des Konzertes auf dem Rücken vom Papa ein. Direkt nach den letzten Akkorden startete ein kleines Feuerwerk, von dem der Bub später sagte, ganz cool, aber nicht mit dem bei der "Langen Nacht der Wissenschaften" zu vergleichen. Na gut, da lag seine Messlatte auch reichlich hoch.

Unser Fazit: SUPER! Fünf Sterne, tolles Erlebnis für die ganze Familie. Die Großen waren total begeistert, die Leute mal live zu sehen (und sie haben auch live wirklich gut geklungen!) und zu hören. Die Platten (hust.. CD´s natürlich) werden jetzt wohl die nächsten Tage hier hoch und runter laufen. Das Knöpfchen hatte ebenso seinen Spaß und für uns Eltern kam ein Gefühl von "Ausgehen" auf. Das letzte mal, dass wir das hatten, ist schon seeeeeehr lange her. Also dann "Au Revoir" und gern bis zum nächsten Jahr.

Picknick Open Halle 2016
© Anja Pohl

Herzlichst

Eure Anja

 

 

 

 

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