Ferien at home Teil 3

Geschrieben von Anja - - keine Kommentare

Die dritte Ferienwoche stand unter dem Eindruck eines Zitats von Bertold Brecht:

                        "Ja, mach nur einen Plan!...Und mach dann noch’nen zweiten Plan. Gehn tun sie beide nicht."

Am Montag wollten wir eigentlich in den Zoo nach Leipzig, zusammen mit einer Freundin und deren drei Jungs. Daraus wurde aber leider nichts, ihr kleinster hatte sich den Arm gebrochen und zudem waren sehr heiße Temperaturen vorausgesagt. Stundenlanges wandern in brütender Hitze war dann nicht so meine Vorstellung von einem entspannten Familientag. Spontan hatte ich aber keinen Plan B im Kopf, da wir bereits tags zuvor Baden waren, stand uns auch danach nicht wirklich der Sinn. Nachdem meine Kids das Maya Mare vorschlugen, ich dies zum wiederholten male aber ablehnte (ist für mich ein Schlechtwetterausflugsort), war die Stimmung im Keller. Mir ging es auch nicht sonderlich gut und so dümpelte der Tag leider so völlig sinnlos vor sich hin. Mein schlechtes Gewissen plagte und lähmte mich zugleich und ich bat den Gatten, das Nestchen heute mal eher zu schließen. Den Nachmittag bekamen wir dann irgendwie mit Gesellschaftsspielen rum und es konnte nur noch besser werden.

Gesellschaftsspiel
© Anja Pohl

Den Dienstag verbrachte der Bub den ganzen Tag im Salinebad. Das Freibad verfügt über ein großes Becken und eine Rutsche. Die Preise sind äußerst moderat und auch das Nichtschmwimmerbecken ist ansprechend. Es gibt einen Spielplatz sowie Tischtennis- und Volleyballplätze. Ein Imbiß mit kleinen Speisen und Getränken (und jeder Menge Süßkram :-/) lässt niemanden verhungern. Zusammen mit anderen uns bekannten Jungs hatte er seinen Spaß und gestand mir abends, dass sie auch das eine oder andere mal von den Bademeistern zurecht gewiesen werden mussten. Örgs, hatte ich da vom Bub zuviel verlangt, in dem Sinne, dass er weiß, wie er sich zu verhalten hat? Auf der anderen Seite haben wir selbst als Kinder nicht oft auch Sachen gemacht, die die Eltern ganz sicher nicht gebilligt hätten? Die Kindheit heute ist so verplant, reguliert und überwacht, da braucht es meines Erachtens auch solche Erlebnisse. Sie gehören dazu, um Grenzen auszutesten und Freundschaften, im gemeinsam Unfug machen, zu stärken. Es war ganz sicher nichts wirklich schlimmes 😆. Und daher schieb ich den Gedanken schnell weg und vertrau einfach auf mein Kind! Weniger schön war dann der heftige Sonnenbrand. Der Bub sah aus wie ein Krebs. Natürlich hatte er Sonnencreme mit und natürlich hatte ich ihn auch erinnert, aber möp ist ja sowas von uncool und keine Zeit und überhaupt. Beim Sohnemann der Freundin sah es ähnlich aus. Ein Hoch auf mein Kokosöl. Das Zeug ist nicht nur fürs Kochen und Braten super, sondern auch vielfältig bei Verletzungen, Entzündungen, trockener Haut und und und einsetzbar. Wahres Wundermittel, kann ich nur empfehlen! Wir verwenden das von Alnatura. 

Kokosöl
© Alnatura.de 

Mittwoch Nachmittag ging das Tanzmädel wieder ins Nähzimmer. Sie fertigte sich ein (naaa, in welcher Farbe wohl?) Fledermausshirt an und berichtete ganz stolz, dass es gar kein Problem mehr war, die Bündchen zu befestigen. Sie strahlte unheimlich und vielleicht wird sie dieses Hobby ja noch weiterführen. Einiges an schwarzen (natürlich war das Shirt wieder schwarz!) Kleidungsstücken fehlen ihr ja noch. Hihi... Der Wunsch nach einer eigenen Nähmaschine wurde jedenfalls schon geäußert. Ähmmm, ja... Da reden wir dann später nochmal drüber.

Der Donnerstag begrüßte uns mit Murkswetter und schon am Abend zuvor hatte ich im Kopf, dass es wohl das passende Wetter für das Spaßbad sein würde. Mit diebischer Freude fragte ich also Donnerstag beim Frühstück nach den Wünschen, die Tagesplanung betreffend. Nach einiger Diskussion während derer ich die Vorschläge immer wieder ablehnte, kam dann schon etwas gefrustet vom Tanzmädel: "na Maya Mare geht bestimmt auch wieder nicht!" Und ich: "Doch klar!" Völlig ungläubige Blicke und ich hatte meinen Spaß daran :-D. Zwei weitere Kinder kamen auch noch mit, dass hatte ich bereits abgesprochen. 5 Kids also und ich... Holla, bissl mutig bin ich  schon manchmal. Das Knöpfchen zeigte sich wieder total aufgeregt. Sie war zwar bereits einmal da, allerdings ist das mindestens ein Jahr her und in diesem Alter gibt es ja noch keine bewusste Erinnerung. Ihre Begeisterung ist zu niedlich und so schön, alles durch ihre Augen zu betrachten, alles zum ersten Mal. Die Großen machten den ganzen Tag ihr eigenes Ding, ich war lediglich  für regelmäßige Nahrungszufuhr zuständig. Ansonsten bekam ich sie kaum zu Gesicht. Das Knöpfchen und ich genossen derweil das warme Wasser der kleinen Becken. Sie erprobte ihren Mut, indem sie die kleine Rutsche, die direkt ins Wasser führte herunter sauste (nebenbei konnte ich auch meinen testen, denn ich hatte gehörigen Bammel, sie nicht rechtzeitig zu greifen, wenn sie mit Schwung auf mich zukam). Einmal flutschte sie mir auch durch meine Hände und ging kurz unter. Mein Herz blieb stehen und ich zog sie schnell wieder heraus. Nach kurzem innehalten und Wasser aus dem Gesicht streichen wollte sie aber sofort nochmal. Puh... meine Nerven. Wir verbrachten den ganzen Tag dort. Die unterschiedlichen Rutschen, der Lazyriver (ein Strom führt durch die Badelandschaft und es macht unheimlich Spaß, sich einfach treiben zu lassen) sowie die Sprudelliegen sorgen für Abwechslung. Zudem gibt es alle 30 Minuten ein Wellenbad. Die riesigen Wellen sorgen für einFeeling wie am Meer und brachten besonders das Knöpfchen zu freudigem jauchzen. Von mal zu mal wurde sie auch mutiger, sodass ich am Ende wirklich höllisch aufpassen musste, dass die Wellen sie nicht überrollten. 

Kinder
© Anja Pohl

Freitags nahm ich mein Knöpfchen mit zum Kangatraining. Ein wenig angespannt war ich schon, da ich befürchtete, dass die kleine Schnatterschnute nicht still sein könnte, der kleine Wirbelwind alle Babys aufscheucht bis ihr irgendwann total laaaaaangweilig werden würde. Aber es hat gut funktioniert, sie war unheimlich liebevoll und aufmerksam zu den Kleinen und einen Teil des Trainings verbrachte sie auch in der Trage auf meinem Rücken. Training mit zappeligem Zusatzgewicht ist eine besondere Herausforderung, uff. Ganz ursprünglich war der Plan nach meinen Kursen in einen spontanen Kurzurlaub zu starten. Aber ganz ehrlich schlechtes Wetter in einer fremden Umgebung mit drei Kindern ist nicht nur anstrengend, sondern auch äußerst kostenintensiv. Daher warten wir auf einen günstigeren Zeitpunkt um doch noch ein paar Tage wegzufahren. ... mach noch einen .. gehn tun sie beide nicht... 

Kangatraining
© Anja Pohl

Für den Sonntag wünschte ich mir einen Ausflug mit der ganzen Familie, aber das Wetter meinte es erneut nicht gut mit uns, kühl und Regen. Dennoch verbrachten wir einen beträchtlichen Teil des Vormittages an der frischen Luft. Uns hat nämlich das Pokémon Fieber ereilt. Jaaaa, was soll ich sagen. Zunächst, als ich dem Gatten davon berichtete, meinte er so´n Sch... Als mir dann die Vormieterin des Nestchens erzählte, ich sollte mich nicht wundern, direkt vor unserer Tür wäre ein sogenannter Pokestop. Dies könnte zu ungewöhnlichen Menschenansammlungen führen, war ich definitiv neugierig. Der Gatte schickte mir dann am nächsten Tag Bilder vom Nestchen mit Pokemons auf unserem Parkett und da war mir klar, der Virus hat uns auch erwischt. Wenn Ihr Euch informieren wollt, könnt Ihr hier mehr darüber lesen. Vielleicht nicht verkehrt, damit Ihr zumindest mitreden könnt!? ;-)

Image
© Anja Pohl

Man kann davon ja halten, was man will. Ich persönlich sehe sowohl Vor- als auch Nachteile. Ein Nachteil ist ganz sicher, der erneute Medienkonsumen. Dass ich damit so meine Schwierigkeiten habe und einen kritischen Blick auf all das werfe, hatte ich ja bereits erläutert. Zudem braucht es ein Handy, dass einen gewissen technischen Standard aufweist. Und da waren sie auch schon, die nächsten Probleme. Denn weder der Fußballbub noch das Tanzmädel verfügen über solche Geräte. Eins der Kids kann ja gern mein Telefon verwenden, bleibt aber immer eins, welches unzufrieden nebenher trotten muss. Dies weckt Begehrlichkeiten, die zu erfüllen ich weder im Stande noch Willens bin. Supidu, neues Konfliktpotential. Nun zu den positiven Seiten. Zum ersten viel frische Luft, ich gebe zu, ich bin eher ein Schönwettermensch und jaaa, auch wenn jeden Tag frische Luft sicher sinnvoll und richtig ist, bei Regen und Bähwetter gehe ich äußert ungern vor die Tür.

Pokemon neben dem Knöpfchen
© Anja Pohl

Aber ich war neugierig und wollte, dass wir alle etwas zusammen machen. Also war das schlechte Wetter zweitrangig. Ein weiterer positiver Aspekt, an den Stopps findet sich immer etwas Sehenswertes. So entdeckten wir bemalte Fensterrahmen, einen kleinen Gnom auf der Mauer einer Einfahrt sowie "Drunken Angels" die einen Hauseingang schmückten. Diese kleinen Besonderheiten hatte ich noch nie wahrgenommen, obwohl ich seit fast 15 Jahren in unserem Viertel lebe. So bin ich wirklich gespannt, was es noch zu entdecken gibt. Weil das Knöpfchen und ich zwischenzeitlich etwas die Beigeisterung für die Pokemons verloren, widmeten wir uns dem Pfützen springen und pflückten einen kleinen Strauß Wildblumen.

Blumen
© Anja Pohl

Ein weiterer positiver Aspekt ist das neue Gesprächsthema. Gerade der Gatte und die beiden Großen geraten in letzter Zeit des öfteren aneinander (Pubertät lässt grüßen) und so bietet die Jagd nach diese kleinen Tierchen die Möglichkeit unverkrampft Zeit miteinander zu verbringen. Der Austausch über die neuesten Fänge und das Erobern von Arenen schafft Gemeinsamkeiten. Mal abwarten, wie lange dieser Hype anhält.

Markus
© Anja Pohl

Der Nachmittag zeigte sich wettertechnisch wieder von einer hübscheren Seite, aber ich hatte den Kids schon versprochen, dass wir bouldern gehen. Bouldern (für die, die es noch nicht kennen) ist klettern ohne Kletterseil und Klettergurt. Damit nichts passiert, ist der Fußboden mit einer dicken Matte versehen. Wir waren bereits das zweite mal im Boulderkombinat und trotz meiner Bedenken, sind weder meine Kids noch irgendeins der anderen Kinder jemals herunter gefallen. Ich vermute ein stückweit, der große Respekt vor der doch beachtlichen Höhe lässt Vernunft walten und die Kids gehen nicht über ihre Grenzen hinaus.

Vorwärtsrolle
© Anja Pohl

Für das Knöpfchen ist das alles nicht ganz so spannend, aber sie rennt leidenschaftlich gern auf den Matten von links nach rechts und unterbricht den Lauf durch Purzelbaumschlagen. Den unterschiedlichen Farben der Bouldern kann der Schwierigkeitsgrad entnommen werden. Die Bereiche werden immer wieder neu geschraubt, sodass auch bei erneuten Besuchen keine Langeweile aufkommt. Naja.. was heißt Langeweile.. das Tanzmädel und ich haben es nicht über die gelben (leichtesten) Reihen hinaus geschafft, der Bub aber traute sich bereits eine Stufe höher, mit mächtig Herzklopfen aber danach stolz wie Bolle. Es gibt einen kleinen gemütlichen Bereich zum Verweilen und so konnte ich bei einer Tasse Kaffee den Kids ganz entspannt bei ihrem Treiben zuschauen. Die Preise sind okay, und für regelmäßige Besucher oder die, die das etwas professioneller betreiben wollen gibt es Kurse und entsprechend auch andere Konditionen. Eine Schaukel, Ringe und eine Tischtennisplatte sorgen für Abwechslung, wenn die Finger dann doch etwas schmerzen. Insgesamt ein toller Zeitvertreib, der herausfordert und begeistert. 

Bouldern
© Anja Pohl

Woche 3 ist geschafft und nun fiebern wir alle dem nächsten Samstag entgegen. Der Bub zählt die Tage und macht mich auf JEDES Plakat aufmerksam. Wir werden zu den Picknick Open gehen. Ein großes Picknick mit Open Air Konzert auf der Peißnitz. Stars wie Mark Foster und Johannes Oerding treten auf, ein Kinderprogramm beschäftigt hoffentlich das Knöpfchen und der Abend soll mit einem Feuerwerk enden. Ich hoffe sehr, dass dies ein Höhepunkt und neuer Zettel für unser Erinnerungsglas wird. 

Ich werde berichten, bis dahin eine schöne Zeit!

Herzlichst

Eure Anja

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