Entspann Dich mal...

Geschrieben von Anja - - 2 Kommentare

Ach ja... Urlaub wäre jetzt schön. Im letzten Jahr ist viel passiert, viele Veränderungen und viel Neues. Keine Frage, ich bin glücklich darüber und dankbar, mein Leben so gestalten zu können. Aber es hat auch geschlaucht. Bis zum nächsten Urlaub dauert es noch etwas und da braucht es ab und an eine kleine Auszeit vom Alltag, etwas Entspannung. Schließlich gebe ich diese Anregung, doch mal alles hinter sich zu lassen und abzuschalten, allzu gern meinen Kursmamas. Ich äußere (eigentlich eher beiläufig und ohne Absicht) mein Bedürfnis gegenüber meinem Mann und gehe wieder ins Wohnzimmer zu meiner Jüngsten. Kurze Zeit später sagt der Gatte: "das Wasser läuft und die Kerzen brennen schon." Hach! :-D

Strand und Meer
© Anja Pohl

Mit einem Buch bewaffnet (Paul Wazlawik "Anleitung zum Unglücklichsein") begebe ich mich voller Freude ins Badezimmer, mit der festen Absicht, zu entspannen. Mein kleiner Urlaub!

Nach kurzer Zeit kommt der Fußballbub herein, er müsse nur mal kurz zur Toilette. Auf dem Weg nach draußen vergisst er die Tür zu schließen und es wird kalt im Bad. Mein Versuch ihm noch hinterherzurufen misslingt und so versuchte ich nun, nach meinem Mann zu rufen. Der ist in der Küche, kocht und hört dabei laut Musik. Nach dem 10. Rufen hört er mich endlich und schließt die Tür.

Also von vorn: Entspannung. Kurze Zeit später höre ich das Knöpfchen, sie will herein. Eigentlich bekommt sie alle Türen allein auf, nur die Badtür hakt etwas, sodass sie da Hilfe benötigt. Ich rufe ihr zu, dass ich nicht aufmachen kann, da ich in der Badewanne bin und sie doch zum Papa gehen soll. Mit Grummeln geht sie davon. "Die Verherrlichung der Vergangenheit" … Watzlawick beschreibt, wie es gelingen kann aus seiner Vergangenheit nur das Gute und Schöne in möglichst verklärtem Licht zu sehen… Wenn ich ehrlich bin, die Zeiten, wo ich ohne Kinder in der Badewanne lag und stundenlang lesen konnte waren WIRKLICH schön :-D…

Der Gatte kommt ins Bad, er muss nur mal kurz… ja nee klar. Und kurz danach das Tanzmädel, sie muss nur mal kurz. Also ehrlich, ausgerechnet in dieser halben Stunde müssen alle. Ich glaube nicht wirklich an Zufälle… Da die Kleine kurz bevor ich im Bad verschwand, ihre Prinzessinentoilette aufgesucht hatte, hoffe ich nun endlich auf etwas Ruhe und ENTSPANNUNG.

Helena Klo
© Rose-Greim Fotografie

Wazlawik erläutert die Geschichte mit dem Hammer. Ich kenne sie schon, habe sie bereits unzählige Male in Seminaren und Unterrichtseinheiten verwendet. ich überspringe die Seiten. Hey, so kommt man auch voran, schon auf der Seite 47! Da kommt das Tochterherz erneut herein um mich zu fragen, ob sie ein altes T-Shirt zerschneiden darf, um daraus etwas zu nähen. Ich habe grundsätzlich nichts gegen recyceln, bitte sie allerdings zu gucken, ob bereits andere alte Shirts, die sie zerschnitten hat, noch ausreichend Material für ihr Vorhaben bieten. Nach kurzem Schmollen kann sie mein Argument verstehen und geht.

Aber jetzt.. abschalten, Wazlawiks Gedanken zu den Bohnen in der Hand folgend, höre ich mein Knöpfchen draußen in ihrem Zimmer völlig verzweifelt, voller Wut, wie sie nur eine 3jährige in der Autonomiephase haben kann, schimpfen. Ich kann es nicht wirklich verstehen, höre nur ihr schimpfen… in einer Lautstärke, die eine Konzentration auf mein Buch völlig unmöglich macht. Ich beschließe, dass ich genug Entspannung hatte und beende mein Bad. Als ich angezogen wieder heraus komme, ist mein Knöpfchen nicht mehr da, sie steht völlig entspannt zusammen mit dem Papa in der Küche, hört Musik und hilft beim Kochen…

2 Kommentare

#1  - Anne schrieb:

Nicht umsonst heißt es auch Duschen ist für Mamas bereits Wellness 😀!
Es war mal wieder ein herrlich erfrischender Einblick in den Familienalltag 😜.

LG Anne

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#2  - Anja schrieb:

Oh ja! Dieses kleine Stück Wellness am Tag. Als Mama ist man dann doch schon sehr genügsam, richtig? :-D

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